JuLis historisch

Die Geschichte der Jungen Liberalen

Am 1. November 1980 fand in Bonn der erste Bundeskongress der Jungen Liberalen statt. Die Geschichte der JuLis weist drei einmalige Merkmale auf: Zum einen beruht die Gründung der Jungen Liberalen allein auf einer Eigeninitiative junger Mitglieder der FDP und zwar gegen den Willen der damaligen Parteiführung. Zum zweiten führte die Anerkennung der Jungen Liberalen als einziger und offizieller Jugendverband der FDP 1983 dazu, dass zum ersten Mal eine Partei ihren bisherigen Jugendverband, die Deutschen Jungdemokraten (Judos), durch einen neuen ersetzte. Des weiteren waren die JuLis 1990 der erste gesamtdeutsche Jugendverband im vereinten Deutschland.
 
Am Anfang der JuLis waren einige verstreute junge FDP-Mitglieder, die sich im stark nach links driftenden Jugendverband Judos nicht mehr zu Hause fühlten und sich in Gruppen Junger Liberaler in der FDP schon Ende der Siebziger trafen. Im Januar 1979 bildete sich dann ein Koordinationsausschuss auf Bundesebene, um die Aktivitäten in den verschiedenen Gruppen zusammenzufassen. Nach einigen Treffen zur Erarbeitung einer Satzung und etlicher Grundsatzthesen berief dieser Koordinierungsausschuss dann den ersten Bundeskongress der Jungen Liberalen für den 1. und 2. November 1980 ein. Schon im Oktober 1980 waren die ersten Landesverbände der JuLis gegründet worden, so dass die Basis des neuen Verbandes langsam stabiler wurde. Zum ersten Bundesvorsitzenden wurde vor 22 Jahren Hans-Joachim Otto aus Frankfurt gewählt.
 
Nach der Bundesverbandgründung war es das erklärte Ziel aller, die FDP zu einer Anerkennung der neuen JuLis zu bewegen. So erkannte noch 1980 die niedersächsische FDP als erster Landesverband die dortigen JuLis als Arbeitsgemeinschaft der FDP an und stellte die JuLis damit den Judos in Niedersachsen gleich. Dieser Trend setzte sich 1981/82 in fast allen Landesverbänden fort. Durch das Auseinanderbrechen der sozial- liberalen Koalition am 17. September 1982 verließen die Funktionäre der Jungdemokraten die Partei. Unter diesem Eindruck verbesserten sich die Chancen der JuLis, neue Jugendorganisation der FDP zu werden, was dann endgültig auf dem FDP-Bundesparteitag im November 1982 gelang. Gleichzeitig wurde der JuLi-Vorsitzende Hans-Joachim Otto in den FDP-Bundesvorstand gewählt.

Im November 1983 löste schließlich der Bonner Guido Westerwelle den inzwischen in den hessischen Landtag eingezogenen Hans-Joachim Otto als Bundesvorsitzenden der JuLis ab.

Seit der politischen Anerkennung durch die FDP entwickelte sich aus dem organisatorisch schwachen Verband eine flächendeckend arbeitende Jugendorganisation. Auch die politischen Erfolge innerhalb und außerhalb der FDP führten zu einem schnellen Konsolidieren der Situation. Guido Westerwelle blieb bis 1988 Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen. Danach führten erst Georg Neubauer und dann Beppo Brem die JuLis. Danach war Christoph Schenk kommissarisch Bundesvorsitzender.

Mit der Wende in der damaligen DDR veränderte sich dann auch das Blickfeld der JuLis. Denn schon Ende 1988 gründete sich neben der FDJ ein unabhängiger Jugendverband in der LDPD, der dann im November 1989 endgültig den Namen JungLiberaleAktion erhielt (JuLiA) und offiziell als DDR-weit agierender Jugendverband unter dem Dach der LDPD an die Öffentlichkeit ging. Nach ersten Kontaktaufnahmen der westdeutschen JuLis mit der ostdeutschen JuLiA und gegenseitigen Besuchen, intensivierte sich durch organisatorische Hilfen und gemeinsame politische Projekte die Zusammenarbeit. Nach sehr schwierigen Fusionsverhandlungen, insbesondere über die Satzung und das Selbstverständnis des gesamtdeutschen Verbandes fand dann am 8.-9. September 1990 der Vereinigungskongress von JuLiA und JuLis im Berliner Reichstag statt. Auf diesem ersten Bundeskongress des nunmehr gesamtdeutschen Jugendverbandes der FDP wurde Birgit C. Homburger aus Blaubeuren zur Bundesvorsitzenden gewählt.

Nachdem Birgit Homburger noch im selben Jahr in den Deutschen Bundestag einziehen konnte und zwei weitere Jahre den Vereinigungsprozess der Verbände und ihre politische Richtung mitgestaltete, wählte der 7. Bundeskongress in Essen 1993 Ralph Lange aus Wesel zum Vorsitzenden des Bundesverbandes. Auf dem 10. Bundeskongress in Bad Salzuflen 1995 wurde Michael Kauch Bundesvorsitzender und leitete die Geschicke der Jungen Liberalen bis April 1999. Ihm folgte Daniel Bahr. Auf dem 18. Bundeskongress in Dresden wurde er zum neuen JuLi-Bundesvorsitzenden gewählt.
 
Liberale Jugendorganisation in Deutschland:

Die Jungen Liberalen, oder einfach nur JuLis, waren der erste gesamtdeutsche Jugendverband. Noch vor der Vereinigung Deutschlands haben sich die JuLis zusammengeschlossen. Dabei entstand im September 1990 aus der Jungliberalen Aktion der DDR (JULIA) und den westdeutschen Jungen Liberalen ein neuer Jugendverband.
 
Heute haben die Jungen Liberalen über 9600 Mitglieder, von denen über 1000 aus den neuen Bundesländern stammen. Wahrend sich die JuLis in den alten Bundesländern konsolidieren, befinden sie sich in den neuen Ländern noch immer im Aufbau.

Die JuLis sind der Jugendverband der FDP:
 
Das heißt nicht, dass alle Mitglieder der JuLis auch Mitglied der FDP sein müssen, aber das bedeutet, dass wir unsere politischen Ideen in und mit der FDP umsetzen wollen. Dies tun die JuLis, indem sie frech, selbstbewusst und manchmal auch etwas hartnäckiger ihre Positionen vorbringen. Schon beinahe klassisch ist das Bild von den Jungen Liberalen als Hefe im Teig der FDP.

Bloße Unzufriedenheit mit Parteien und Politikverdrossenheit ändern nichts. Wir sind im Gegenteil davon überzeugt, dass man nur durch Politik die Politik verändern und voranbringen kann. Und deshalb suchen wir mit und in der FDP nach den besten Problemlösungen. Nur aktive Mitarbeit, Eigeninitiative und Engagement tragen zur Lösung der aktuellen und zukünftigen Probleme bei. Gerade die Jungen Liberalen greifen darum eben auch Probleme der kommenden Generationen auf, frei vom Denken in Wahlperioden. Die Probleme unserer Generation tragen wir in die große Politik und fordern die FDP auf, diese zu berücksichtigen. Darum verstehen sich die JuLis auch als liberale Lobby der Jugend.

Die Basis für die Politik der JuLis sind die liberalen Grundwerte. Sie geben dem Individuum den Vorrang vor Gruppen, Verbänden und dem Staat. Der Ausbau der Freiheit in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft stehen im Vordergrund unseres Handelns. In humanistischer Tradition begründet Verantwortung in Verbindung mit Freiheit die sozialen Fragen dieser Welt. Unsere Politik beruht auf der Toleranz gegenüber Andersdenkenden; absolute Wahrheiten gibt es für Junge Liberale nicht.

Quelle: www.julis.de