„Lieber ein scharfes Schwert, als eine grobe Keule!“

Ortsverband lehnt Alkoholabgabeverbot an Minderjährige ab

Auf dem letzten JuLi-Treff diskutierten die Anwesenden lebhaft über das geplante Verbot, Alkohol an Minderjährige abzugeben. Die laufende Debatte über ein generelles Alkoholverbot für unter 18-Jährige offenbart einmal mehr das reflexartige Verhalten der Koalitionsparteien in Berlin: Gibt es ein Problem, soll ein Gesetz und ein Verbot erlassen werden, ohne die Wurzeln des eigentlichen Missstandes anzugehen. Ein generelles Verbot alkoholischer Getränke für Jugendliche zwischen 16 Jahren und 18 Jahren ist nicht nur realitätsfremd, sondern löst das Problem nicht, sondern vergrößert den Anreiz Alkohol zu konsumieren.

Sinnvoller als ein Verbot ist es, die Aufklärung über die unbestrittenen Gefahren von Alkohol zu verbessern. Gerade das verstärkt auftretende ,Koma-Saufen' zeigt, dass junge Menschen sich offensichtlich nicht der Gefahren des übermäßigen Konsums von Alkohol bewusst sind. Die Gefahr besteht nicht bei einem maßvollen Verzehr, sondern in der scheinbar durch falsche Vorbilder ausgelösten und dann für  notwendig erachteten „Druckbetankung“. Gleichzeitig müssen die bestehenden Normen des Jugendschutzes besser durchgesetzt werden. Durch verstärkte Kontrollen muss die Abgabe hochprozentiger Getränke effektiver verhindert werden als dies bislang der Fall ist. Eine Anhebung der Strafsätze für schwarze Schafe wäre eine weitere, sinnvolle Alternative.

„Wir wollen nicht mit der groben Keule einer Vielzahl von Jugendlichen den ersten Kontakt mit Bier verbieten, sondern mit dem scharfen Schwert diejenigen treffen, die sich nicht an die bestehen Gesetze halten,“ so der JuLi-Vorsitzende Sebastian Thalmann. „Dazu zählen nach unserer Ansicht nicht alleine diejenigen, die harte Alkoholika an Minderjährige verkaufen, sondern auch die Eltern der Jugendlichen, die sich diesbezüglich nicht ausreichend um die Kinder kümmern.“