Verbot von Flatrate-Parties

Was meinst du dazu...?

Die Bürgermeister des Rhein-Sieg-Kreises haben beschlossen, dass in städtischen Einrichtgungen keine Flatrate-Parties mehr stattfinden dürfen. Sie wollen aber auch ein Verbot in privaten Einrichtungen aussprechen, also in Kneipen und Bars.

Was hälst du davon? Hast du schon mal eine solche Flaterate-Party besucht? Was hat dir dort gefallen und was nicht? Findest du, die Bürgermeister reagieren zu heftig oder haben sie viel zu lange damit gewartet?

 

[eMail mit meiner Meinung zum Verbot von Flaterate-Parties]

 

Wir haben den Bürgermeister in einem offenen Brief aufgefordert, das Verbot zurückzunehmen und die bestehenden Möglichkeiten zu nutzen. Gleichzeitig stehen wir im Dialog mit den Kreis-JuLis, mit denen demnächst eine Diskussionsrunde zu diesem Thema stattfinden wird.

 

 

Offener Brief an den Bürgermeister vom 29.08.2007

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

wir wenden uns an Sie, da wir der Meinung sind, dass ein Verbot von Flatrate-Parties nicht die Lösung des Problems ist und nicht verhindert, dass Jugendliche entweder verbotenerweise Alkohol trinken oder erlaubt, jedoch in zu großen Mengen und somit nicht mehr Herr ihrer selbst sind.

Wir bitten Sie daher, das ausgesprochene Verbot zurück zu nehmen und auf anderem Wege Möglichkeiten zu suchen, Jugendliche vor Alkoholmissbrauch zu schützen. Das bereits bestehende Jugendschutzgesetz gibt bereits Handlungsmöglichkeiten, die verhindern, dass 15jährige harten Alkohol ausgeschenkt bekommen.

Ein Verbot von Flatrate-Parties mag kurzfristig für mediale Aufmerksamkeit sorgen, jedoch dauerhaft das Problem nicht beseitigen. Hier sind langfristige Kampagnen notwendig, die sich den aktuellen Trend annehmen. Vor dem Aufkommen der Flatrate-Parties lagen „Happy hours“ und Ein-Euro-Parties im Trend.

Kurzfristig reicht es jedoch aus, strengere Kontrollen durchzuführen und konsequent Bußgelder gegen Wirte zu verhängen, die Alkohol an Minderjährige oder bereits Betrunkene ausschenken.

Weiterhin sollte diese Thematik auf die Tagesordnung des Jugendhilfeausschusses gesetzt werden und entsprechend in diesem Gremium diskutiert werden.

 

Wir stehen gerne bereit, an der Diskussion teilzunehmen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Sebastian Thalmann

-Vorsitzender Junge Liberale Troisdorf-

Replik auf die Antwort des Bürgermeisters

Sehr geehrter Herr Bürgermeister

vielen Dank für Ihre Antwort vom 11.09.2007 auf unseren „Offenen Brief“ zum Thema „Verbot von Flatrate-Parties“.

Unbestritten ist es Aufgabe des Staates und auch der Kommunen übermäßigen Alkoholkonsum, der zu Krankheiten und damit zu hohen Belastungen der Sozialversicherungen und der Allgemeinheit führt, mit den zur Verfügung stehenden Mitteln zu bekämpfen.

Sicherlich haben Sie, bevor Sie dem Verbot der Flatrate-Parties und – was bisher nicht bekannt war – der Ein-Euro-Parties Ihre Handlungsalternativen geprüft. Denn hätte keine Abwägung stattgefunden, so hätte man zur Verhinderung oben genannter Folgen ein generelles Alkohol-Ausschankverbot innerhalb städtischer Räume aussprechen müssen, da viele kulturelle und Brauchtumsveranstaltungen in städtischen Räumen stattfinden, bei denen allgemein bekannt auch Bier in erheblichen Mengen ausgeschenkt wird.

Aber hätte es deshalb nicht ausgereicht, strengere Kontrollen – was wir ausdrücklich begrüßen – durchzuführen? Mit dem Jugendschutzgesetz hat der Gesetzgeber einen rechtlichen Rahmen gesteckt. Innerhalb dieses rechtlichen Rahmens kann jede Person, auch zu seinem eigenen Schaden, Alkohol konsumieren. Es muss dann aber unterschieden werden, ob es sich um Minder- oder Volljährige handelt. Mit Sorge haben wir deshalb den Eingriff in das persönliche Verantwortungsbewusstsein von Volljährigen zur Kenntnis genommen. Der Konsum von Alkohol obliegt deren individuellen Entscheidungen. Der Staat soll nach unserer Ansicht gerade nicht dem volljährigen Individuum jegliche Verantwortung abnehmen. Dies liegt ja auch in Ihrem Interesse, wie wir an Ihren Aussagen im Zusammenhang mit der Lichtung des Schilderwaldes gesehen haben.

Unserer Ansicht nach muss deshalb das Verantwortungsbewusstsein der Jugendlichen dahingehend geschult werden, welche Folgen Alkoholkonsum auslösen kann. Dies ist mit Sicherheit ein schwierigerer Prozess als die Aussprechung eines Verbotes. Andernfalls müssten jedoch durch immer neu auszusprechende Verbote auf neue Trends reagiert werden. Beispielhaft ist die Forderung einer nicht näher bekannten SPD-Fraktion im Rhein-Sieg-Kreis zu werten, sog. Meterwertungen zu untersagen.