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Keine pauschalen Vorverurteilungen: Jusos und JuLis kritisieren Vorschlag des Bäderchefs
Veröffentlicht am 13.03.2015 um 18:24 Uhr

Die Osnabrücker Jungsozialisten (Jusos) und Jungen Liberalen (JuLis) kritisieren die Planungen des Leiters Bäder bei den Stadtwerken Osnabrück. Wolfgang Hermle. Dieser hatte zuvor seine Idee öffentlich gemacht, die Ferienpässe junger BesucherInnen für die Zeit des Aufenthalts im Osnabrücker Nettebad einzubehalten und bei Vandalismus zur Identifizierung der Verursacher zu nutzen. Damit würden junge BesucherInnen pauschal in die Nähe von Ordnungswidrigkeiten und Straftaten gerückt, finden Jusos und JuLis.

Sebastian Kunde, Sprecher der Osnabrücker Jusos, erklärt dazu: „Es spricht nichts dagegen, beim Betreten des Bades neben dem Ferienpass auch den Ausweis zur Identifizierung vorzeigen zu müssen. Das ist wie beim Bahnfahren für Studierende mit dem Semesterticket. Den Ferienpass aber direkt beim Betreten der Bäder einzubehalten, zeugt von tiefem Misstrauen gegenüber Kindern und Jugendlichen und gleicht einer Vorverurteilung einer bestimmten BesucherInnengruppe. Wir wollen keine gläsernen Badegäste. Der Jugendhilfeausschuss sollte den Vorschlag des Bäderchefs ganz schnell verwerfen.“

 

Karolina Keller von den JuLis ergänzt: „Das Einziehen des Ferienpasses ist überhaupt nicht notwendig. Einzelne BesucherInnen, die randalieren, können gezielt angesprochen und sanktioniert werden. Dafür müssen nicht alle Kinder und Jugendlichen unter Generalverdacht gestellt werden. Zudem ist auch nicht klar, wo und auf welcher Rechtsgrundlage die Daten auffällig gewordener Kinder und Jugendlicher gespeichert werden sollen und wer über den korrekten Umgang mit den Daten wacht.“

 

Jusos und JuLis befürchten, dass das Modell, einmal für das Nettebad etabliert, auch später in anderen Bädern angewendet werden könnte. Keller und Kunde denken dabei zum Beispiel an das Moskaubad in der Wüste. Auch die 2013 erprobte Auflage, das Betreten der Bäder mit dem Ferienpass an den vielbesuchten Wochenenden nur in Begleitung der Eltern zu erlauben, lehnen Jusos und JuLis als viel zu bürokratisch ab. „Es sollte allen Jungendlichen erlaubt sein ihre Freizeit mit anderen Jugendlichen und Kindern zu verbringen und nicht auf die Zeit der Eltern angewiesen zu sein“, so Keller und Kunde einhellig.

 

Beide Jugendorganisationen begrüßen das Ferienpassangebot, mit dem Kindern und Jugendlichen attraktive Angebote zur Freizeitgestaltung gemacht werden. Der Ferienpass richtet sich an 16.500 Kinder und Jugendliche in Osnabrück, die zwischen fünf und siebzehn Jahren alt sind. Das Angebot verschiedener Freizeitangebote erstreckt sich auf die Sommerferien. „Der Ferienpass bietet vielen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, Freizeitangebote wahr zu nehmen, die sie sich sonst nicht leisten könnten. Diese Teilhabe ist für die gesellschaftliche Integration besonders wichtig“, so Keller und Kunde abschließend.

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